Rosensteintunnel

B10-Rosensteintunnel

 
Projektpartner
  • Stadt Stuttgart

 

Projektziel
  • Abwärme im Erdreich zu speichern, um sie im Winter für die Aufenthaltsräume der Betriebstechnik sowie für das zukünftige Elefantenhaus in der Wilhelma nutzbar zu machen.

 

Im Rahmen des Stuttgarter Verkehrsprojekt „B10-Rosensteintunnel" werden der Rosensteinpark und die „Wilhelma“ auf einer Länge von rund 1.300 Metern unterquert. Die moderne Betriebstechnik sowie die Fahrzeuge, die den Tunnel täglich durchqueren, produzieren Abwärme, die abgeführt werden muss.

Geplant ist nun, die Abwärme im Erdreich zu speichern, um sie im Winter für die Aufenthaltsräume der Betriebstechnik sowie für das zukünftige Elefantenhaus in der Wilhelma nutzbar zu machen. Dafür werden Heizungsleitungen in der Tunnelschale verlegt, ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung.

Das Wasser in den Leitungen gibt im Sommer die Abwärme an das Erdreich ab. Im Winter wird die Abwärme der Fahrzeuge an das Wasser in den Leitungen übertragen und mit einer Wärmepumpe weitergeleitet. Die Elefanten genießen so ganzjährig tropische Raumtemperaturen und warme Duschen. Sollte es den Elefanten im Hochsommer aber doch zu warm werden, kann die Anlage die Wärme in den Tunnel abführen.

Zahlen und Fakten zur Tunnelgeothermieanlage

1.300 m Tunnellänge

Die Geothermieanlage entsteht im Zuge des Straßenbauprojekts Rosensteintunnel, der seit 2014 gebaut wird. Der Tunnel unterquert den Rosensteinpark sowie den Stuttgarter Zoo Wilhelma und soll 2020 fertig gestellt sein.

201 Tonnen CO2-Einsparung

201 Tonnen Kohlendioxid können pro Jahr eingespart werden im Vergleich zu konventionellen Heiz- und Kühlverfahren. Auch Staub und Kohlenmonoxide werden vermieden.

6.753 m Absorberlänge

Die Absorber sind schlingenförmige Rohre, die an den Tunnelwänden befestigt sind. In den Absorbern fließt Wasser, das sich durch die Wärme aus dem Erdreich und der Tunnelluft erwärmt. Das aufgewärmte Wasser wird anschließend an eine Wärmepumpe übergeben.

3.255 m2 Absorberfläche

Daraus ergibt sich eine Fläche von 3.255 Quadratmetern. Das ist so groß wie ein halbes Fußballfeld des VfB Stuttgart.

252 MWh/a Wärme

Insgesamt sollen aus dem Erdreich 252 Megawattstunden Wärme im Jahr genutzt werden. Die Geothermie bringt eine Leistung von 60 kW, sowohl für den Wärmeentzug als auch für die Wärmeeinlagerung. Die thermische Leistung der Wärmepumpe kommt damit auf rund 75 kW.

135 MWh/a Kälte

Insgesamt sollen 135 Megawattstunden Kälte pro Jahr genutzt werden. Die Differenz wird aus der Umgebung regeneriert.

742 MWh/a Abwärme

Die Tunnelbetriebstechnik erzeugt dauerhaft 60 kW Abwärme (Stand im März 2018), die in den Tunnel abgeführt oder der Wilhelma zur Verfügung gestellt wird.

690.000 € Baukosten

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) unterstützt das Projekt mit einer Fördersumme von 270.000 Euro.

Ab 2024 Bau Elefantenhaus

Ab dem Jahr 2024 soll mit dem Bau des neuen Elefantenhauses begonnen werden, das auch die Wärme des Tunnels zur Nutzung vorsieht.

Weitere Informationen zum Projekt

Pressemitteilung Bundesumweltministerium

Demostandorte (Bildquelle © Hochschule Offenburg / CS)